Die häufigsten Fragen an Jagdkarte.at

Fragen zur Jagdkarte & Jagdprüfung.

Unsere Ausbildung umfasst sämtliche Themengebiete, die für eine umfangreiche Ausbildung erforderlich sind. Dazu zählen Wildkunde, Rechtskunde, Revierbetrieb, Hundekunde, Brauchtum und Waffenkunde. Darüber hinaus erfahren Sie während des Jagdkurses allerhand Wissenswertes zu aktuellen Themen und profitieren vom reichhaltigen Erfahrungsschatz unserer Vortragenden. Während der Kurse und der Wiederholungstage haben Sie darüber hinaus die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und für Sie interessante Themen zu vertiefen.

Die Menschheit jagt, seit sie existiert. Die ursprüngliche Überlebensstrategie des steinzeitlichen Jägers wandelte sich fortan in gleichem Maße, wie sich Gesellschaften und deren Lebensumstände veränderten. Oftmals nur den Mächtigen vorbehalten, war die Jagd allzu oft von Habgier und Besitzdenken geprägt, gipfelte in sinnlosem Schlachten und ahnungslosem Tun. Aber sie brachte auch tiefes Wissen um die Zusammenhänge in der Natur und Verständnis für die Rolle des Menschen darin hervor, entwickelte Traditionen und Mythen und stellt bis heute eine vitale Verbindung zwischen Natur und Zivilisation dar.

Wir verstehen die Jagd als Möglichkeit, behutsam in eine faszinierende Welt eintauchen zu dürfen, die dem hastigen „Passanten“ meist verwehrt bleibt, die Geschwindigkeit des Moments ein wenig zu drosseln, den Blick für Details zu schärfen, teilhaben zu dürfen am ewigen Zyklus der Natur und gelegentlich einzugreifen, wo es unsere Rolle gebietet, waidgerecht Beute zu machen und diese zu schätzen. Das ist die Faszination des Jagens, die wir leben und gerne mit Ihnen teilen.

Wir bilden Teilnehmer wohnsitzunabhängig aus!

Unsere Ausbildung wird in allen deutschsprachigen Ländern anerkannt.

Der Wiener Landesjagdverband bietet im Gegensatz zu allen anderen österreichischen Bundesländern ein wohnsitzunabhängiges Prüfungsmodell an. Da es sich bei der Jagdprüfung um eine behördliche Prüfung handelt, muss diese in den anderen Bundesländern dort abgelegt werden, wo man seinen Wohnsitz angemeldet hat.

Viele befreundete oder verwandte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Gegenden nutzen diesen Vorteil von Jagdkarte.at, um gemeinsam einen Vorbereitungskurs zu besuchen.

Jagdkarte.at bietet damit allen Jagdinteressierten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz die Möglichkeit, wohnsitzunabhängig ihre Jagdausbildung zu absolvieren und beim Wiener Landesjagdverband zur Jagdprüfung anzutreten. Nach der erfolgreich abgelegten Jagdprüfung können Sie in Ergänzung zur Wiener Jagdkarte weitere Jagdkarten oder Gastkarten für andere Bundesländer lösen.

Der Gesamtumfang unserer geblockten Vorbereitungskurse beläuft sich auf ungefähr 76 Stunden. In dieser Zeit erfahren Sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis alles Wissenswerte rund um das Thema Jagd und werden nachhaltig auf Ihre Jagdprüfung vorbereitet. Sie haben die Möglichkeit, unterschiedliche Kurse zu belegen, je nachdem, welcher am besten zu Ihrem persönlichen Terminkalender passt.

Unsere Präsenzkurse finden in der Regel von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9:00-17:00 Uhr statt. Unsere Onlinekurse beginnen um 15:00 Uhr und enden – mit einer Abendpause – um ungefähr 22:00 Uhr.
Beim praktischen Unterricht werden Sie im richtigen Umgang mit Langwaffen unterrichtet und führen gemeinsam mit uns Übungen zur Wildkunde, Hege und Revierpflege durch. Die genauen Zeiten erfahren Sie während des jeweiligen Kurses, üblicherweise planen wir diesen Teil der Ausbildung an einem Wochenende ein.

Ihren persönlichen Lernfortschritt können Sie im Anschluss an den theoretischen Teil des Vorbereitungskurses auf unserer Online Lernplattform selbst überprüfen. In unseren Lerngruppen gibt es darüber hinaus Unterstützung durch Ihre Lernkolleginnen und Lernkollegen.

Bei unseren Wiederholungswochenenden können offene Fragen im direkten Austausch mit unseren Lektoren abgeklärt werden.

Die theoretische Prüfung dauert in der Regel eine halbe Stunde und wird in Form eines Prüfungsgespräches abgehalten. Die praktische Schießprüfung dauert üblicherweise ebenfalls eine halbe Stunde.

Beim Wiener Landesjagdverband müssen Sie mit Kosten von rund 390 Euro kalkulieren. Dieser Betrag beinhaltet die Prüfungsgebühr, die Mitgliedschaft beim Wiener Landesjagdverband, das Ausstellen des Zeugnisses, die Einschreibgebühr, das Wiener Abzeichen, eine Jagdhaftpflichtversicherung für Jungjäger im ersten Jahr sowie Ihre erste Jagdkarte.

Die Jagdprüfung in Wien findet vor einer Prüfungskommission des Wiener Landesjagdverbandes im sechsten Wiener Gemeindebezirk statt. Der praktische Teil der Prüfung wird am Schießplatz in Wiener Neustadt abgehalten.
Nein, Sie benötigen keine eigenen Jagdwaffen. Wir stellen Ihnen während der Ausbildung Übungswaffen zur Verfügung. Für die Jagdprüfung werden Ihnen vom jeweiligen Schießplatz Waffen zur Verfügung gestellt. Sollten Sie Interesse haben, bereits während der Ausbildung mit einer individuell für Sie passenden Waffe zu üben, nennen wir Ihnen gerne die Kontaktdaten eines renommierten Waffenhändlers aus unserem Netzwerk.
Ja, seit Jänner 2020 ist es möglich, die beiden Prüfungsteile getrennt voneinander abzulegen.

Der praktische Teil der Jagdprüfung besteht aus der Schießprüfung am Schießplatz in Wiener Neustadt. Bei der Prüfung möchten die Prüfer sehen, dass Sie mit unterschiedlichen Waffenmodellen hantieren können.

Im ersten Schritt sollen Sie fünf Schuss auf 100 m Distanz mit einer Büchse abgeben und dabei auf eine Gamszielscheibe zielen. Im Anschluss gilt es, beim Tontaubenschießen mit einer Schrotflinte mindestens 3 von 10 Tontauben zu treffen.

Der Umgang mit Langwaffen erfordert einiges an Übung. Unsere Übungstage auf dem Schießplatz bieten Ihnen die Möglichkeit, sich gut auf die Prüfung vorzubereiten, eigenständiges Üben ist dennoch erforderlich. Sollten Sie darüber hinaus weitere Übungseinheiten benötigen, können Sie bei uns weitere Trainingseinheiten buchen.

Unsere Online Lernplattform „Schlaufuchs“ ist darauf ausgelegt, Sie bestmöglich auf die mündliche Prüfung vorzubereiten. Die von uns gestellten offenen Fragen basieren auf jahrelanger Erfahrung und können von Ihnen unter Zuhilfenahme unserer Lernunterlagen schriftlich ausgearbeitet werden. Damit setzen Sie sich eingehend mit den Lerninhalten auseinander und können sich auf das Prüfungsgespräch optimal vorbereiten.

Die theoretische Jagdprüfung wird in Form eines mündlichen Prüfungsgespräches abgehalten. Die Prüfungskommission besteht aus drei Fachprüfern aus den Gebieten Jagdgesetz & Jagdbetriebslehre, Jagdhundewesen und Waffenkunde & Wildkunde. Zum Schluss der theoretischen Prüfung wird das Prüfungsergebnis im Zuge eines kommissionellen Beschlusses der Fachprüfer bekanntgegeben. Sie dürfen zur theoretischen Jagdprüfung auch dann antreten, wenn Sie die Schießprüfung nicht bestanden haben.

Im Zuge des Blockkurses erhalten Sie von uns die Prüfungsanmeldung. Der Prüfungstermin wird für den jeweiligen Kurs von uns reserviert. Selbstverständlich können Sie auch einen anderen Termin wahrnehmen.

Nach dem erfolgreichen Ablegen der theoretischen und praktischen Jagdprüfung können Sie Ihre Jagdkarte beim zuständigen Magistratsamt der Stadt Wien (MA 58) beantragen.

Der Wiener Landesjagdverband bietet ganzjährig zumindest einmal monatlich Prüfungstermine an – mit Ausnahme während der Sommermonate.
Nein, mit der Jagdkarte erwerben Sie gleichzeitig die Berechtigung, bei Ausübung der Jagd eine Waffe der Kategorie C zu führen. (für unter 18jährige ist hier zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung einzuholen).

Vorkenntnisse sind für unsere Kurse keine nötig. Viele unserer TeilnehmerInnen kommen aus keinem jagdlichen Umfeld und absolvieren Ausbildung und Prüfung mit Bravour. Es hat sich bisher gezeigt, dass bei entsprechender Lernbereitschaft der Großteil der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer die Prüfung besteht. Über unsere Social-Media-Kanäle erfahren Sie in regelmäßigen Abständen mehr zur aktuellen Erfolgsquote unserer angehenden Jungjägerinnen und Jungjäger.

Mit unseren unterschiedlichen Kursmodellen gehen wir auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer ein und bieten für jeden Terminkalender passende Modelle an.
Bei unseren Präsenzkursen sind alle Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer anwesend, wodurch sich der Unterricht sehr dynamisch gestaltet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen sich auf persönlicher Ebene kennen und entwickeln daraus oftmals Freundschaften und berufliche Netzwerke. Alternativ bieten wir ortsunabhängige Onlinekurse via Zoom an.

Der zweite wichtige Unterschied betrifft die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Onlinekurse sind für eine unbeschränkte Anzahl an Personen ausgelegt, unsere Präsenzkurse werden mit maximal fünfzehn Personen abgehalten.

Ja, eine Ausnahmegenehmigung vom 15jährigen Waffenverbot erhalten Sie problemlos, wenn Sie die Jagd ausüben möchten, oder wenn Sie Sportschütze oder Mitglied eines traditionellen Schützenvereins sind.

Welche sachlichen Argumente gibt es für die Jagd?

Zirka 10 Prozent der Österreicher leben vegetarisch oder vegan. Umgekehrt heißt das: 90 Prozent tun dies eben nicht. Umgelegt auf die Gesamtbevölkerung bedeutet das, dass jeder Österreicher pro Jahr rund 65 Kilogramm Fleisch zu sich nimmt. Der Wildfleischanteil davon ist mit 0,7 Prozent minimal. Wildbret ist das wesentlich gesündere und nachhaltigere Fleischlebensmittel. Wildbret kommt ohne Massentierhaltung, ohne Einsatz von Antibiotika und ohne Gammelfleischskandale aus. Die entnommenen Stücke führen ein stressfreies Leben ohne Bewegungseinschränkungen mit gesunder Äsung.

Die Jagd ist aufgrund der zu erhaltenden Biodiversität ein Muss. Die Naturlandschaft, wie unsere Vorfahren sie kannten, hat der Mensch schon längst durch diverse Eingriffe (sei es durch die Industrialisierung, ausgedehnte Freizeitbeschäftigung in der „Natur“, Tourismus, etc.) eingeschränkt und zur Kulturlandschaft gemacht. Viele Wildarten könnten ohne Hegemaßnahmen der Jägerschaft nicht überleben – Verlierer dieser Kulturlandschaften wie der Hase und das Rebhuhn wären bereits abhandengekommen. Das Prädatorenverhältnis hat sich ebenso stark verändert! Bei Strecken in den 90er Jahren kamen auf 200 Hasen 1 Fuchs, heute haben wir ein Verhältnis von 20:1! Nicht heimische, teils von Tierrechtsaktivisten freigelassene Wildarten wie der Waschbär und der amerikanische Nerz setzten unserem Niederwild ebenso massiv zu!

Erlegen von Wild ist für Vollblutjäger nur ein Nebenschauplatz. Viele Nichtjäger wissen in diesem Zusammenhang nicht, dass die meisten Abschüsse sogar behördlich vorgegeben sind. Bei Nichterfüllung erfolgt eine Strafzahlung. Das Gros seiner jagdlichen Freizeit opfert der Jäger für Hegemaßnahmen. Der Dialog mit der Landwirtschaft in Bezug auf Kitzrettungen vor der Mahd, Warnreflektoren zur Absicherung der Straßen, Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes, er schafft Nist- und Brutplätze und geschützte Bereiche für Wildruhezonen. Darüber hinaus haftet die Jägerschaft für Wildschäden.

Jagd schützt auch vor gefährlichen Krankheiten. Noch immer gibt es Krankheiten, die von Wildtieren auf den Menschen und seine Haus- und Nutztiere übertragbar sind. Fuchsbandwurm, Tollwut, Aujeszkysche Krankheit, Räude, Vogelgrippe – die Jagd dämmt hier ein und setzt präventiv Maßnahmen!

Ebenso ein essenzieller Punkt ist es, der nichtjagenden Bevölkerung klar zu machen, wie sehr sie – oftmals nicht wissentlich – in das Leben unserer Wildtiere eingreift. Natur bedeutet für viele Freiheit. Diese Freiheit sollte jedoch dort enden, wo sie unsere Tier- und Pflanzenwelt massiv einschränkt. So wird durch die enorme Zunahme an oft städtischen „Naturnutzern“ der Lebensraum und auch der Bewegungsradius unserer Wildtiere enorm eingeschränkt.

Es muss auch der volkswirtschaftliche Faktor „Jagd in Österreich“ beleuchtet werden. Jagd bedeutet auch volkswirtschaftliche Wertschöpfung. So können pro Jahr um die 470 Millionen Euro auf die Jagd zurückgeführt werden. Eine Aufstellung von jagdfakten.at schlüsselt einzelne Faktoren wie folgt auf: Rund 198 Millionen Euro fallen für die Löhne und Gehälter der zahllosen Beschäftigten im Jagdwesen sowie der Berufsjäger und der Jagdaufsichtsorgane an. 54 Millionen Euro werden für jährliche Jagdpachten und die Abschussgebühren (diese Beträge verbleiben zu einem hohen Anteil den Landwirten und Grundeigentümern und bilden für sie in schwierigen Zeiten ein wichtiges – weil vorhersehbares – Einkommen) fällig. Rund 29 Millionen Euro werden jährlich für den Ankauf von Wildbret ausgegeben. Geschätzte 168 Millionen Euro werden für Jagdbetrieb, Weiterbildung, Jagdwaffen und Munition, Optik, Bekleidung und Brauchtum ausgegeben. 26 Millionen Euro ergeben sich aus der Summe aller Abgaben, Gebühren und Versicherungsprämien, die jährlich im Zuge der Jagd entstehen bzw. abgeführt werden (in diesen Topf fallen auch die Forschungsförderung durch die Jägerschaft sowie wichtige Projekte, die Jagdgesellschaften verwirklichen).